Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Wil
Die Jugendarbeit Wil ist eine Dienststelle des Departements „Gesellschaft und Sicherheit, GS“. Dabei setzt sie sich dafür ein, dass Jugendliche im Gemeinwesen partnerschaftlich integriert sind, sich wohl fühlen und an den Prozessen unserer Gesellschaft mitwirken, um dadurch die Gesellschaft mitzugestalten. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) ist ein Teilbereich der professionellen Sozialen Arbeit mit einem sozialräumlichen Bezug und einem sozialpolitischen, pädagogischen und soziokulturellen Auftrag.
Die OKJA ist Teil der Kinder- und Jugendhilfe. Sie stellt ein freiwilliges, niederschwelliges Angebot dar, das Kindern und Jugendlichen offensteht und oft der erste Ort ist, an dem sie selbstbestimmt mit Fachpersonen in Kontakt treten. Durch diese niederschwellige Präsenz ist die OKJA für viele Kinder und Jugendliche eine erste Anlaufstelle, somit sie zu deren Schutz beiträgt. Ihr Beitrag basiert dabei auf professioneller Nähe zu jungen Menschen, auf Beziehungsarbeit und auf vernetzter Präsenz im Sozialraum. Die Partizipation junger Menschen an der Gestaltung ihrer Lebenswelten ist ein zentraler Schutzfaktor: Wer mitredet, mitentscheidet und mitgestaltet erfährt Selbstwirksamkeit, entwickelt Resilienz und baut Vertrauen in gesellschaftlichen Strukturen auf. Die OKJA ermöglicht Partizipation auf vielen Ebenen: von der Mitbestimmung im offenen Treff über selbstbestimmte Projektgestaltung bis hin zur Mitwirkung in der Raumentwicklung oder Gemeindepolitik. Partizipation schützt vor Ohnmacht, Isolation und Anfälligkeit für extremistische Haltungen oder destruktive Lebensstile.
Die Fachpersonen bauen tragfähige Beziehungen auf, oft über Jahre, und begleiten Übergänge, Krisen oder Entwicklungsphasen kontinuierlich und respektvoll. Diese Beziehungsarbeit ist eine zentrale Ressource im Kindesschutz: Sie schafft Vertrauen, was jungen Menschen ermöglicht Herausforderungen und Belastungen anzusprechen.
Die OKJA arbeitet im Zusammenspiel mit weiteren Akteur*innen des Hilfesystems, darunter Schulen, Sozialdienste, Gesundheitsdienste, Polizei, Migrationsfachstellen oder kirchliche Angebote. In vielen Fällen fungiert sie als Übersetzerin zwischen der Perspektive der Kinder und Jugendliche und jener von Institutionen, insbesondere bei jungen Menschen, die anderen Systemen distanziert gegenüberstehen
Jugendliche sind auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Sie wollen existenziellen Herausforderungen nachspüren und fordern damit ihre Umwelt, aber auch sich selber heraus. Innerhalb dieses Prozesses lernen sie, sich in der Gesellschaft zu orientieren, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Soziokulturelle Angebote sind wichtige Entwicklungs- und Bildungsorte, wo Kinder und Jugendliche mit Lust und Spass aktiv sein und sich und ihre Interessen einbringen können. Die Offene Jugendarbeit begleitet und fördert Jugendliche auf dem Weg zur Selbstständigkeit.
Die OKJA vermittelt im Bedarfsfall den Zugang zu weiterführender Unterstützung und bleibt dabei nahe bei den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Eine gute Vernetzung auf Gemeinde- und Kantonsebene ist dafür Voraussetzung, sowohl inhaltlich wie strukturell.
Gleichzeitig versorgt sie die Gesellschaft und die politischen Entscheidungsträger*innen mit Informationen über die Lebenswelt von Jugendlichen. Jugendliche an den Prozessen unserer Gesellschaft beteiligen heisst: Ressourcen vor Defizite stellen, Selbstwert aufbauen, Identifikation mit der Gesellschaft schaffen, integrieren und Gesundheitsförderung betreiben.
Offene Kinder- und Jugendarbeit grenzt sich von verbandlichen oder schulischen Formen von Jugendarbeit dadurch ab, dass ihre unterschiedlichen Angebote ohne Mitgliedschaft oder andere Vorbedingungen von Jugendlichen in der Freizeit genutzt werden können. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit schafft konkrete Angebote, Projekte und Aktionen zur Umsetzung der Ziele der Jugendförderung. Sie geht von den Bedürfnissen der konkreten Lebenszusammenhänge ihrer Zielgruppe aus.
Für genauere Informationen zu unserer Arbeit siehe auch die Leitbild Broschüre 2021
Emotion und Verstand in Einklang bringen. Wissenswertes aus neurobiologischer Sicht auf die Jugend.
„Die tun nix! Die wollen nur spielen…
Entwicklungspsychologie, Hirnforschung, jugendliches
Verhalten“ PD Dr. Peter J. Uhlhaas, Psychologe,
Institute of Neuroscience and Psychology, University of Glasgow
Partizipation
Kinder und Jugendliche beteiligen!
Projekt: Schulpartizipation Oberstufe Bronschhofen
„Was bewegt euch in eurem Quartier?“
„Was soll sich verändern?“